Soest bis Helmstedt

Ein sehr schöner Teil der B1 führte uns von Soest bis Helmstedt. Hier hatte man den Eindruck, dass es entlang der alten Handelsstraße den Menschen durchaus gut ging. Die Städte sind sehr schön und die Straße sehr gut ausgebaut und daher gut zu fahren.
Hier wieder einige Impressionen:

Alter Meilenstein an der B1 - 3 Km vor Geseke Meile= 27000 Fuß ≈ 7779,240 m

Geseke: „Coeln 21 Meilen“ lautet die Inschrift auf diesem Meilenstein etwa drei Kilometer vor Geseke. Ungefähr 1824 wurden solche Meilensteine zur Orientierung der Reisenden aufgestellt. Wir kommen aus dieser Richtung und haben also seit Köln 21 Meilen hinter uns gebracht. Die preußische Meile entsprach damals 2000 Ruten zu je 12 Fuß, also ins heutige System umgerechnet 7,532 km. Von hier aus waren es also noch gut 158 km bis Köln.

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Paderborn. Hier entspringt Deutschlands kürzester Fluß, die Pader. Sie ist nur gut 4 km lang und fließt in die Lippe.

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Bad Lippspringe. Links ist die Liboriusquelle zu sehen, rechts die Arminiusquelle, die den Ursprung der Lippe bildet.

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Gegenüber der Arminiusquelle befinden sich die Reste der Burg Lippspringe. Nur wenige Meter entfernt ist die Quelle des Jordan. Dabei handelt es sich um einen knapp zwei Kilometer langen Bach, der letztlich in die Lippe mündet.

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Externsteine. Die Extersteine bei Horn-Bad Meinberg nahe Detmold im Teutoburger Waldsind ein prächtiges Naturschauspiel und immer einen Besuch wert. Aufgrund ihrer besonderen Form haben sie die Fantasie der Menschen schon immer angeregt. Noch heute wird dieser Ort zur Sonnenwende von Tausenden als Kultstätte von herausragender Bedeutung besucht.

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Rittergut Schwöbber. Zwischen 1510 und 1919 war das Rittgut Schwöbber in der Nähe von Aerzen der Wohnsitz derer von Münchhausen. Der Name ist bekannt, denn der berühmte Lügenbaron gehörte ebenfalls zu dieser Familie. Die Anlage mit Gebäuden und Garten war sehr bekannt. Sogar Zar Peter der Große soll hier einen Besuch abgestattet haben und beeindruckt gewesen sein. 2002 kauften der Textilhändler Friedrich Popken und seine Frau Ulla (richtig, genau die Ulla Popken mit der Mode für Mollige) das ziemlich heruntergekommene Anwesen und putzten es so richtig raus. Heute beherbergt das alte Rittergut ein nobles Fünf-Sterne-Hotel, das den Vergleich mit seiner ruhmreichen Vergangenheit nicht scheuen muss.

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Hameln. Die Geschichte vom Rattenfänger gehört wohl zum Allgemeinwissen und muss hier nicht erzählt werden. Angeblich geht die Sage zurück auf eine wahre Begebenheit. Im 13ten Jahrhundert wurden wohl junge Hamelner zur Ostkolonisation angeworben und zogen auf Nimmerwiedersehen aus der Stadt.
Linkes Bild: Das wunderschöne Rattenfängerhaus hat sich ursprünglich ein Ratsherr bauen lassen, um eine seinem Amt angemessene Behausung zu haben.
Rechtes Bild: Der Rattenfängerbrunnen. Trotz intensiver Nachforschungen konnten wir nicht klären, wer von den beiden der Rattenfänger ist.

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Auch ein Blick in die Hamelner Fußgängerzone in der historischen Altstadt zeigt deutlich den Wohlstand der vergangenen Tage. An der alten Handelsroute, die heute immer noch als Bundesstraße 1 existiert, blühte der Wohlstand. Und das musste man auch zeigen.

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Lengede. Der Ort liegt zwar nicht direkt an der B1, dennoch haben wir uns entschlossen, dem Ort einen Besuch abzustatten. Am 24. Oktober 1963 ereignete sich im Eisenerzbergwerk ein Unglück, als der Klärteich brach und fast eine halbe Million Kubikmeter Schlamm und Geröll in die Grube strömten. Die Rettung von elf Kumpeln nach 14 Tagen aus 60 Meter Tiefe, die kaum noch jemand für möglich gehalten hatte, ging als Wunder von Lengede in die Geschichte ein. Noch heute liegen in den Tiefen die Überreste von elf weiteren Bergleuten, die nicht mehr gerettet werden konnten. Besondere Bedeutung erhielten die Rettungsaktionen durch die ständige Präsenz der Medien. Jeder konnte damals am Radio den Stand der Dinge mitverfolgen.

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Hildesheim. Das Bistum Hildesheim wurde 815 unter Ludwig dem Frommen gegründet. Auch hier spielt die Lage am Hellweg, dem alten Handelsweg, ein entscheidende Rolle. Der Domhof lädt zum Verweilen ein. Hier kann man den prächtigen Dom bewundern und auch den tausendjährigen Rosenstock. Wenn der erzählen könnte, …

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Braunschweig. Nur einen Katzensprung entfernt liegt Braunschweig. Auch hier wird Mittelalter lebendig. Schließlich hat von hier aus der Welfe Heinrich der Lowe seinem Widersacher Karl dem Großen das Leben schwer gemacht.

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Jochen macht schnell noch ein paar Fotos vom Braunschweiger Dom.

Schloß Veltheimsburg   OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Schloss Veltheimsburg in Bebertal. Und da wir so viel Mittelalter geschnuppert haben, übernachteten wir standesgemäß in einem Schloss. Urig wars und stimmungsvoll. Die Schlossbewohner nahmen uns Biker so freundlich auf, dass wir nicht anders können als diese Herberge anderen Durchreisenden zu empfehlen.

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Auch im Inneren glaubt man, in einer anderen Zeit zu sein.
Der Burgturm ist immerhin 30 m hoch.